Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Entlassung eines Außendienstmitarbeiters wegen wiederholten Führerscheinentzugs

Bearbeiterin: Bettina Sabara

AngG § 27 Z 1

Wurde einem Außendienstmitarbeiter in der Vergangenheit bereits zweimal der Führerschein wegen Alkoholisierung entzogen und ließ es der Arbeitgeber in der Zeit des Führerscheinentzuges (zuletzt sogar für rund zwei Jahre) zu, dass sich der Arbeitnehmer auf eigene Kosten zu den Kundenbesuchen von einer außenstehenden dritten Person chauffieren lässt, so ist der Ausspruch der Entlassung wegen Vertrauensunwürdigkeit nach einem wiederholten Führerscheinentzug wegen Alkoholisierung nicht gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer auch diesmal nicht sofort vom Dienst freigestellt wird, weil den Kunden nicht zugemutet werden soll, von heute auf morgen ohne Betreuung zu sein, und die Entlassung erst ausgesprochen wird, als der Arbeitgeber erfährt, dass der Arbeitnehmer den Führerschein erst in etwas mehr als zwei Jahren zurück erhält. Dem Arbeitgeber wäre es zumutbar gewesen, den Arbeitnehmer während der Kündigungsfrist weiter zu beschäftigen.

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Artikel-Nr.
ARD 6603/6/2018

21.06.2018
Heft 6603/2018