Gesellschafts- und Steuerrecht

Es gibt keinen objektivierten Unternehmenswert!Auch wenn es sich die betriebswirtschaftliche Bewertungspraxis bei der Schiedswertermittlung noch so sehr wünscht.Teil 1: Schlussfolgerungen für die betriebswirtschaftliche Bewertungspraxis

Romuald Bertl / Alexander Schiebel

Schiedswertermittlung eines GmbH-Anteils mit dem folgenden Bewertungsanlass (OGH 25.11.20032 Ob 189/01k): Der Mehrheitsgesellschafter kündigt den Minderheitsgesellschafter, indem er das ihm zustehende diesbezügliche gesellschaftsvertragliche Recht einseitig ausübt.

Der im Titel dieses Beitrags angesprochene Streit gehört zu den ältesten der Betriebswirtschaftslehre und Judikatur. Die Betriebswirtschaftslehre scheint diesen Konflikt - im Gegensatz zur betriebswirtschaftlichen Bewertungspraxis - überwunden zu haben. Die Judikatur glaubt aber zusammen mit der betriebswirtschaftlichen Bewertungspraxis an den objektivierten Unternehmenswert - an den Wert eines Unternehmens ohne Bezug zu den individuellen Bewertungssubjekten. Sie übersehen daher eines: Der Wert ist nicht objektivierbar. Bewerten heißt, subjektorientierte1)) Erwartungen und Risikoeinschätzungen in Zahlen zu gießen. Im Zentrum muss das Bewertungssubjekt stehen. Nur das Bewertungssubjekt kann entscheiden, wie viel ihm das Bewertungsobjekt wert ist.

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Artikel-Nr.
RWZ 2003/96

19.12.2003
Heft 12/2003
Autor/in
Alexander Schiebel

Priv.-Doz. Mag. Dr. Alexander Schiebel leitet die Stabstelle "Rechnungslegung und Bankenaufsichtsrecht" in der Revisionsabteilung des Österreichischen Raiffeisenverbands; daneben Lektor an der WU Wien, Mitglied des AFRAC, Mitglied des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der KWT, Vortragender und Autor (UGB- und IFRS-Bilanzierung, Bankenaufsichtsrecht und Unternehmensbewertung).
Publikationen: Schiebel, Ansatz von Aufwandsrückstellungen, in FS für Romuald Bertl, S. 237, Wien 2013; Schiebel, Die Unternehmensrechtliche Bilanzierung von Rückstellungen, Wien 2012; Schiebel, Gewinnrealisierung bei Leistungsbündeln, in Bertl/Eberhartinger/Egger/Kalss/ Lang/Nowotny/Riegler/Schuch/ Staringer (Hrsg), Gewinnrealisierung, S. 47, Wien 2011.

Romuald Bertl

o.Univ.-Prof. Dr. Romuald Bertl ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, Vorstand des Instituts für Revisions-, Treuhand- und Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität Wien, Präsident des Rechnungslegungsbeirates des AFRAC und Leiter des Fachsenats für Betriebswirtschaft der KSW. Autor zahlreicher Fachpublikationen.