Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Kenntnis von der Unrichtigkeit einer Krankschreibung

Bearbeiter: Manfred Lindmayr

AngG § 8 Abs 8

EFZG § 4

Richtig ist, dass dem Arbeitnehmer in aller Regel (aber nicht ausnahmslos!) der gute Glaube zugebilligt werden muss, sich für arbeitsunfähig zu halten, wenn der Arzt zur Feststellung seiner Arbeitsunfähigkeit gelangt. Bei diesen Regeln handelt es sich aber um Erfahrungssätze, die dem Arbeitgeber nicht das Recht nehmen, den Beweis anzutreten, dass der Arbeitnehmer trotz Vorlage einer entsprechenden Krankenstandsbescheinigung arbeitsfähig war und davon auch Kenntnis hatte oder nach den Umständen des Falls offenbar haben müsste; dies wäre etwa der Fall, wenn der Arbeitnehmer die ärztliche Bestätigung durch bewusst unrichtige Angabe gegenüber dem Arzt erwirkt hätte oder wenn der betreffende, objektiv arbeitsfähige Arbeitnehmer die Unrichtigkeit dieser ärztlichen Bescheinigung kannte oder kennen musste (vgl OGH 10. 10. 2001, 9 ObA 182/01g, ARD 5301/32/2002).

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Artikel-Nr.
ARD 6604/7/2018

28.06.2018
Heft 6604/2018