Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Soziale Gestaltungspflicht des Arbeitgebers bei Kündigung nach Umstrukturierung

Bearbeiterin: Bettina Sabara

ArbVG: § 105 Abs 3 Z 2

Soll eine 54-jährige Arbeitnehmerin, die in ihrem Berufsleben durchgängig in der Versicherungsbranche und zuletzt als Teamleiterin im Bereich Betriebliche Vorsorge tätig war, aufgrund von Umstrukturierungsmaßnahmen gekündigt werden, so trifft den Arbeitgeber eine soziale Gestaltungspflicht, dh, er muss überprüfen, ob er der Arbeitnehmerin eine ihrer bisherigen Berufspraxis entsprechende Tätigkeit anbieten kann, ehe er die Kündigung ausspricht. Ist die Arbeitnehmerin aufgrund ihrer Ausbildung und Berufserfahrung für die - nicht fachfremde - Tätigkeit als Leiterin der Gewerbe- und Rückversicherung qualifiziert und ist zum Zeitpunkt des Kündigungsausspruchs bereits absehbar, dass diese Stelle in Kürze nachbesetzt werden soll, so verstößt der Arbeitgeber gegen die soziale Gestaltungspflicht, wenn er sich damit nicht auseinandersetzt. Hat die Arbeitnehmerin die Kündigung wegen Sozialwidrigkeit angefochten und sind durch die Kündigung wesentliche Interessen der Arbeitnehmerin beeinträchtigt, so ist die Kündigung aufgrund des Verstoßes gegen die soziale Gestaltungspflicht unwirksam.

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Artikel-Nr.
ARD 6576/5/2017

30.11.2017
Heft 6576/2017