Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Sozialwidrigkeit: Kündigung nach Krankenstand von 9,5 Monaten

Bearbeiterin: Bettina Sabara

ArbVG: § 105 Abs 3 Z 2 lit a ArbVG

Befand sich ein Arbeitnehmer zum Zeitpunkt des Kündigungsausspruches bereits mehr als neuneinhalb Monate im Krankenstand und war für den Arbeitgeber zum Kündigungszeitpunkt subjektiv nicht erkennbar, dass die Arbeitsfähigkeit des Klägers in absehbarer Zeit wieder hergestellt werden könnte, weil der Arbeitnehmer die Kontaktaufnahme zum Arbeitgeber unter Berufung auf medizinische Gründe verweigerte und keine Erklärung ihm gegenüber abgbab, dass er (in absehbarer Zeit) wieder arbeitsfähig sein werde, so musste der Arbeitgeber annehmen, dass der Krankenstand noch länger andauert. Der in der unabsehbaren Dauer des Krankenstandes zu erblickende personenbedingte Kündigungsgrund wiegt daher wesentlich schwerer als eine allenfalls vorliegende Beeinträchtigung der wesentlichen Interessen des Arbeitnehmers, sodass die Kündigung sozial gerechtfertigt war.

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Artikel-Nr.
ARD 6562/7/2017

24.08.2017
Heft 6562/2017