Rechtsprechung / Miet- und Wohnrecht

Wohnungseigentum - Ausnützung der Treuhänderrangordnung ohne Beteiligung des Treuhänders

Bearbeiter: Wolfgang Kolmasch

WEG: § 42

Die Anmerkung der Einräumung von Wohnungseigentum im Rang der Treuhänderrangordnung iSd § 42 WEG kann ein Wohnungseigentumsbewerber ohne Mitwirkung des Treuhänders beantragen.

Anmerkung: Im Grundbuch ist eine Treuhänderrangordnung gem § 42 Abs 1 WEG für die beabsichtigte Einräumung von Wohnungseigentum angemerkt. Ohne Beteiligung des gem § 12 BTVG bestellten Treuhänders wurde einem Wohnungseigentumsbewerber die Anmerkung der Einräumung von Wohnungseigentum im Rang der Rangordnung bewilligt. Im Rechtsmittelverfahren brachte der Treuhänder vor, dass die Antragslegitimation ihm alleine zukommt. Wohnungseigentumsbewerber könnten den Antrag nur über den dazu verpflichteten Treuhänder stellen lassen. Eine unmittelbare Antragslegitimation der Wohnungseigentumsbewerber würde dem Treuhänder die Erfüllung der im BTVG vorgesehenen Pflichten unmöglich machen. Wie die Vorinstanz hielt der OGH das Rechtsmittel des Treuhänders für unberechtigt. Die partielle Ausnützung der Treuhänderrangordnung durch einzelne Wohnungseigentümer führe höchstens zu einer faktischen Erschwerung der Tätigkeit des Treuhänders. Eine Verletzung bücherlicher Rechte oder sonst rechtlich geschützter Interessen des Treuhänders sei nicht zu erkennen.

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Artikel-Nr.
Zak 2018/220

14.04.2018
Heft 6/2018