Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Zustimmungspflicht des Betriebsrats bei Verwendung von Persönlichkeitstests

Bearbeiter: Manfred Lindmayr

ArbVG: § 96a Abs 1 Z 2

Setzt ein Unternehmen im Rahmen von Verkaufsschulungen und zur Rekrutierung von Führungskräften ein Bewertungsverfahren zur Beurteilung der infrage kommenden Arbeitnehmer ein, bei dem ausschließlich "soft skills" wie Neigungen, Interessen und andere Persönlichkeitsmerkmale wie Belastbarkeit, Frustrationstoleranz und höchstpersönliche "Werte", nicht aber "hard skills", also die Fachkompetenz der Arbeitnehmer abgefragt werden, ist die Verwendung ohne vorherige Zustimmung des Betriebsrates (in Form einer Betriebsvereinbarung nach § 96a Abs 1 Z 2 ArbVG) unzulässig, weil durch das Testverfahren massiv die Persönlichkeit der getesteten Personen berührt wird und dessen Einsatz nicht durch überwiegende berufliche Interessen gerechtfertigt ist. Auf die im Einzelfall freiwillige Teilnahme an den Tests durch die Arbeitnehmer kommt es dabei nicht an.

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Artikel-Nr.
ARD 6595/8/2018

19.04.2018
Heft 6595/2018