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Buchhaltungs- und Unternehmensberatungs-GmbH – IST-Besteuerung?

Bearbeiter: Birgit Bleyer / Bearbeiter: Barbara Tuma

Umsatzsteuer nach den vereinnahmten Entgelten bei freiberuflicher Tätigkeit (IST-Besteuerung nach § 17 Abs 1 UStG) nur bei Darlegung, dass die Tätigkeit als „Buchhalter“ als untergeordnet zu betrachten ist, weil Buchhalter iSd BiBuG nicht freiberuflich, sondern gewerblich tätig sind.

UStG: § 17

EStG: § 22 Z 1 lit b

Im ersten Rechtsgang wurde klargestellt, dass auch eine GmbH unter die IST-Besteuerung nach § 17 Abs 1 UStG fällt (Besteuerung der Umsätze nach Maßgabe der vereinnahmten Entgelte), wenn ihre Einkünfte - wäre sie keine Kapitalgesellschaft, sondern eine natürliche Person - solche iSd § 22 Z 1 lit b EStG sind (dh Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit; VwGH 28. 6. 2017, Ro 2015/15/0045, Rechtsnews 24102 = ARD 6565/19/2017 = ÖStZB 2017/234 = RdW 2017/478).

Erzielt die GmbH jedoch Umsätze aus Buchhaltungs- und Bilanzierungsarbeiten sowie aus Unternehmensberatung, so kann sie die Umsätze nicht nach Maßgabe der vereinnahmten Entgelte besteuern (IST-Besteuerung), wenn sie nicht darlegt, dass die von ihr ausgeübte Tätigkeit als „Buchhalter“ gegenüber ihrer Tätigkeit als „Unternehmensberater“ als untergeordnet zu betrachten sei und deshalb bei einer natürlichen Person insgesamt von Einkünften iSd § 22 Z 1 lit b EStG auszugehen wäre. Bilanzbuchhalter, Buchhalter und Personalverrechner iSd BiBuG sind nämlich gewerblich tätig und erzielen keine Einkünfte iSd § 22 EStG (vgl Rz 5211 EStR).

VwGH 27. 6. 2019, Ra 2018/15/0078

Hinweis: Zur Änderung des UStG durch das Jahressteuergesetz 2018, BGBl I 2018/62, siehe Rechtsnews 25873 (Öffnung der IST-Besteuerung ab 2019 generell für Unternehmer – unabhängig von der Rechtsform, in der das Unternehmen betrieben wird –, die Leistungen der freiberuflichen Tätigkeit erbringen).

Artikel-Nr.
Rechtsnews Nr. 27873 vom 30.08.2019