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Chronische Erkrankung – außergewöhnliche Belastung

Bearbeiter: Birgit Bleyer / Bearbeiter: Barbara Tuma

Auch ärztlich verordnete apothekenpflichtige Nahrungsergänzungsmittel können wegen medizinischer Notwendigkeit und Zwangsläufigkeit des Aufwands als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sein, und zwar auch, wenn – bei einer chronischen Erkrankung – nicht jedes Mal ein neues Rezept eingeholt wird.

EStG: § 34 Abs 1 Z 1 bis Z 3

Leidet ein Steuerpflichtiger seit seiner Kindheit unter einer schweren Stoffwechselerkrankung („Colitis ulcerosa“), und werden ihm aus diesem Grunde apothekenpflichtige Präparate ärztlich verschrieben (hier: die Nahrungsergänzungsmittel Omni Biotic, Mariendistel, SymbiolactComp, ProSymbioFlor und Elevit), so sind sowohl eine medizinische Notwendigkeit als auch eine Zwangsläufigkeit des Aufwandes iSd § 34 Abs 1 Z 2 EStG gegeben und die entsprechenden Aufwendungen sind als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig.

Liegt eine chronische Erkrankung vor, die einen laufenden Verbrauch bereits wiederholt verschriebener Präparate erfordert, so wäre es idR verfehlt, ohne besonderen Grund an der Zwangsläufigkeit zu zweifeln, wenn der Erwerb eines solchen Präparats im Einzelfall ohne Einholung eines neuen Rezepts erfolgt. In einem solchen Fall ist nämlich nicht nur auf Rezepte aus dem Streitjahr Bedacht zu nehmen.

VwGH 12. 9. 2018, Ra 2017/13/0039

Artikel-Nr.
Rechtsnews Nr. 26639 vom 15.01.2019