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VfGH: Vertreterpauschale – Kürzung um Kostenersätze

Bearbeiter: Birgit Bleyer

Wortfolge in § 4 Abs 1 der VO über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für Werbungskosten auch in der Fassung BGBl II 2015/382 aufgehoben.

EStG: § 17 Abs 6

VO BGBl II 2001/382 idF BGBl II 2015/382: § 4

Der VfGH hat mit Erkenntnis VfGH 26. 2. 2018, V 45/2017, kundgemacht in BGBl II 2018/48, die Wortfolge “, ausgenommen jene nach § 1 Z 9 (Vertreter)“ in § 4 der Stammfassung, BGBl II 2001/382, wegen Gesetzwidrigkeit aufgehoben, da § 17 Abs 6 EStG 1988 keine Ermächtigung enthalte, Ausnahmen vom Abzugsverbot für Werbungskosten, für die steuerfreie Kostenersätze gem § 26 EStG 1988 gewährt werden, vorzusehen, vgl LN Rechtsnews 25138. Insoweit überschreite der Verordnungsgeber mit dem letzten Halbsatz in § 4 der Verordnung der Durchschnittssätze für Werbungskosten, BGBl II 2001/382, die gesetzliche Ermächtigung in § 17 Abs 6 EStG 1988.

Aufgrund dieser Aufhebung des § 4 in der Stammfassung der Verordnung über die Aufstellung von Durchschnittssätzen von Werbungskosten, BGBl II 2001/382, sah sich das BFG am 6. 9. 2018, RN/7100002/2018, veranlasst, auch einen Normenprüfungsantrag an den VfGH hinsichtlich der Nachfolgefassung, BGBl II 2015/382, zu stellen.

Mit Erk VfGH 24. 9. 2018, V 60/2018, wurde demgemäß die Wortfolge „, ausgenommen jene nach § 1 Z 9 (Vertreter)“ auch in § 4 Abs 1 der Verordnung des BMF über die Aufstellung von Durchschnittssätzen für Werbungskosten, BGBl II 2001/382 idF BGBl II 2015/382, als gesetzwidrig aufgehoben. Dies wurde nunmehr am 19. 10. 2018 im BGBl kundgemacht.

BGBl II 2018/271, ausgegeben am 19. 10. 2018

Artikel-Nr.
Rechtsnews Nr. 26207 vom 22.10.2018