Rechtsprechung / Arbeitsrecht

Verlassen des Arbeitsplatzes nach Streit mit Vorgesetztem - kein vorzeitiger Austritt

Bearbeiter: Manfred Lindmayr

AngG: § 26

Im vorliegenden Fall war strittig, ob der Kläger nach einem Streit mit seinem Vorgesetzten unberechtigt vorzeitig aus dem Dienstverhältnis ausgetreten ist, oder ob von einer nachfolgenden Entlassung auszugehen ist:

Dem Kläger wurde von seinem Vorgesetzten die Beschädigung eines am Firmengelände abgestellten Kfz vorgeworfen und mit Lohnabzug gedroht. Der Kläger war sich keiner Schuld bewusst und meinte, dass er sicher nichts zahle und führte weiters aus: "Du brauchst auch nicht immer so schreien mit mir, das geht nicht. Ich halte das nicht mehr aus. Ich will das nicht, das interessiert mich nicht." Weiters stritten die beiden noch über eine Weiterbildung des Klägers, deren Kosten nach Ansicht des Klägers zum Teil vom Arbeitgeber hätten getragen werden müssen. Dann meinte der Kläger wörtlich: "Du behandelst mich so. Kannst nicht? Machen wir eine Kündigung oder was, machen wir eine einvernehmliche, du kündigst mich." Dies wurde jedoch vom Vorgesetzten abgelehnt. In der Folge hat der Kläger aber ausdrücklich gesagt, dass es ihm heute schlecht gehe, er ein Burn-out bekomme und jetzt heim gehe. Über den Einwand des Vorgesetzten, dass der Kläger dann gekündigt habe, antwortete dieser klarstellend, dass er nicht gekündigt habe, und begründete dies damit, dass er jetzt in den Krankenstand gehe. Das Gespräch endet, weil der Vorgesetzte ein Telefonat führt. Daraufhin packte der Kläger seine persönlichen Sachen zusammen, die er im Betrieb hatte und verließ seinen Arbeitsplatz.

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Artikel-Nr.
ARD 6594/8/2018

12.04.2018
Heft 6594/2018