Steuerrecht Aktuell

Entwurf eines Schreibens des deutschen BMF zu Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung von virtuellen Währungen und von Token - Perspektiven auch für Österreich?

Michael Deichsel, MSc (WU)

Am 17. Juni 2021 veröffentlichte das deutsche BMF einen Erlassentwurf zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung von Krypto-Assets, welcher überraschend detailliert ausfällt und neben Themen wie Mining oder ICOs auch Staking, Masternodes und Airdrops einer eingehenden Analyse unterzieht. Während sich die vorgeschlagenen Subsumtionen, welche vorwiegend Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Einkünfte aus sonstigen Leistungen oder Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften (Spekulationseinkünften) umfassen, großteils mit der herrschenden Meinung des deutschen und österreichischen Fachschrifttums decken, wird Transaktionen iZm Krypto-Assets der Anwendungsbereich der sonstigen Leistungen womöglich sogar zu weit zugänglich gemacht. Aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen deutschem und österreichischem Ertragsteuerrecht können jedenfalls Parallelen auch für nationale Belange gezogen werden, welche jedoch nicht zuletzt wegen des breiten Anwendungsbereiches der sonstigen Leistungen einer kritischen Reflexion unterzogen werden sollten.

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Artikel-Nr.
ÖStZ 2021/677

14.09.2021
Heft 18/2021
Autor/in

Dr. Michael Deichsel, MSc (WU) ist Steuerberater und Manager bei der KPMG Alpen-Treuhand GmbH Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Wien. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig im Bereich Corporates, Mergers & Acquisitions sowie der Blockchain-basierten und digitalen Vermögensgegenstände. Zudem ist er als Fachautor im Bereich des Abgabenrechts sowie der Rechnungslegung tätig.