Wirtschaftsrecht / Judikatur Wirtschaftsrecht

Schadenersatz für Schock-(Fernwirkungs-)Schäden

ABGB §§ 1295 ff, 1325

Ein besonders schwerer Zurechnungsgrund liegt dann vor, wenn das Verhalten des Schädigers gerade auch gegenüber einem Dritten besonders gefährlich ist, also die Verletzungshandlung in hohem Maße geeignet erscheint, einen Schock-(Fernwirkungs-)schaden herbeizuführen. Die Rechtswidrigkeit der Verletzung (auch dieser dritten Person) ergibt sich in solchen Fällen aus dem besonderen Unrechtsgehalt der Schädigungshandlung, sodass es auf eine gesteigerte Gefährlichkeit nicht notwendig ankommt. Eine Ausweitung auf einen „unbestimmten Personenkreis“ mit „unbegrenztem Ausufern von Schadenersatzverpflichtungen“ liegt nicht vor, wenn zwischen den (unmittelbar) geschädigten Unfallsbeteiligten und der vom „Fernwirkungsschaden“ betroffenen Anspruchsberechtigten eine aufrechte Eltern-Kind-Beziehung bestand (hier: Geschädigte hat den Unfall ihrer Eltern nicht als direkte Zeugin selbst miterlebt, sondern davon erst nachträglich erfahren und musste in der Folge die heilungsbedingte Abwesenheit ihrer Eltern privat wie schulisch im Wesentlichen allein bewältigen, woraus eine Gesundheitsschädigung erwuchs).

Login


Passwort vergessen?

Noch keine Zugangsdaten? Gratis registrieren und 30 Tage testen.

Sie können das gesamte Portal 30 Tage testen und/oder Ihr Abo freischalten.

Extras wie Rechtsnews, Übersichten zu aktuellen Gesetzesvorhaben, EuGH Verfahren, Fristentabellen,…
Newsletter der aktuellen Zeitschriften-Inhaltsverzeichnisse
Der Zugriff auf alle Zeitschriften endet nach 30 Tagen automatisch
Artikel-Nr.
RdW 2003/551

17.11.2003
Heft 11/2003