Rezensionen

Guido Kucsko, Geistiges Eigentum. Be nice to your ideas. Markenrecht, Musterrecht, Patentrecht, Urheberrecht. Verlag Manz. Wien 2017. ISBN: 978-3-214-01256-4. 236 Seiten, € 48,-.

besprochen von Elisabeth Staudegger

Das Werk ist kreativ. Das beweist nicht nur der um Grafiken ergänzte Text, die oft poetische Konstruktion der Formulierungen, die für juristische Texte eher unübliche "Befreiung von §§-Zitaten" (zu finden in den nicht nummerierten ersten Seiten unter "P.S.", rein rechnerisch, folgt man den Seitenzahlen, die mit Intro auf S 16 beginnen, S 14); auch der Titel des Werkes "Geistiges Eigentum" gibt Rätsel auf. An sich möchte man meinen, es handelt sich um die 2. Auflage des 2003 unter demselben Namen veröffentlichten Werkes desselben Autors zu denselben Themen - jeder Hinweis darauf fehlt jedoch. Kein Vorwort erläutert den naheliegenden Zusammenhang, kein Zitiervorschlag führt die "2" an. "Alles beginnt mit einem Geheimnis" (S 16), doch beantwortet die Lektüre diese Frage letztlich nicht. Man beschließt, das an Schlagworten aufgehängte "Intro" (S 16-47; übersichtliche Tabelle einschlägiger Rechtsnormen, geordnet nach Rechtsgebieten, auf S 33-45) zu überspringen und zum Markenrecht (S 49-89) überzugehen. Und hier wirkt manches bekannt. Zwar ist die Nummerierung der Erstauflage der bloßen Aneinanderreihung von Absätzen gewichen, die Überschriften werden zu Schlagworten in Fettdruck. Inhaltlich aber kommt weitgehend das vor, was man sich in einer Einführung zum Markenrecht erwartet (wenngleich tatsächlich ohne Normenzitate) und was der Band aus dem Jahr 2003 ebenfalls lieferte: Begriff "Markenrecht", Schutzzweck, Entwicklung des Markenrechts, Internationales Markenrecht (alle S 50 f) entsprechen den "Kapiteln" aus dem Jahr 2003 (dort S 37 f). Die Texte in den Absätzen aber sind weitgehend neu verfasst. Auf S 226 ersucht der Autor dann um Feedback, auf S 227 wird klar, dass er eine Vorlesung zu den behandelten Themen hält ("Wintersemester Donnerstag"), S 228 bewirbt ipCompetence (alle Ausgaben gratis abrufbar unter < www.ipcompetence.com>) und auf S 229-236 schließt ein Stichwortverzeichnis den Band ab. Warum der Autor die erste Auflage nicht erwähnt? Ob er sie vergessen hat oder gar verdrängt? Liegt etwa ein "Eigenplagiat" im Titel vor? Soll der Band ein Lehrbehelf für die genannte Vorlesung sein? Oder das Kompetenzzentrum bewerben, das, wie der Autor nicht zu erwähnen vergisst, den Band unterstützt hat? Das sind Fragen, die hier seriös nicht geklärt werden können. Und damit soll der Vergleich der beiden Bände beendet sein. Es sei, wie im Zitiervorschlag empfohlen, " Kucsko, Geistiges Eigentum (2017)".

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Artikel-Nr.
jusIT 2018/33

30.04.2018
Heft 2/2018