Der vorliegende Beitrag erläutert die Grundlagen des schadenersatzrechtlichen Freistellungsanspruchs, der durch die nunmehrige Anerkennung in der Rsp für den Geschädigten eine interessante Alternative zum Geldersatz im Schadenersatzprozess darstellen kann.
Nach § 1295 ABGB ist "jedermann berechtigt, von dem Beschädiger den Ersatz des Schadens, welchen dieser ihm aus Verschulden zugefügt hat, zu fordern". Dabei gilt der Grundsatz, dass der vorherige Zustand (primär) mittels Naturalrestitution wiederherzustellen und bei deren Unmöglichkeit oder Untunlichkeit Geldersatz zu leisten ist (§ 1323 ABGB). Gerade im Zusammenhang mit Anlegerschäden wurde immer wieder die Frage aufgeworfen, ob geschädigte Anleger mit den Mitteln des Schadenersatzrechts auch erreichen können, dass der jeweilige Schädiger ihre Schulden bzw deren Erfüllung übernimmt.1 Mit anderen Worten: Kann der Geschädigte verlangen, dass er vom Schädiger von einer Verbindlichkeit befreit wird?
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